Ein bioresorbierbares Gefäßgerüst ist die jüngste Entwicklung zur Behandlung der koronaren Herzkrankheit

Bei dem Gefäßgerüst handelt es sich um ein kleines Maschenröhrchen beispielsweise aus Polylactid, einem Material, das auch bei anderen Medizinprodukten wie selbstauflösenden Fäden benutzt wird. Dieses Material ermöglicht dem bioresorbierbaren Gefäßgerüst, sich nach und nach aufzulösen** und in Elemente zu zerfallen, die von Natur aus im Körper vorkommen: Wasser (H2O) und Kohlendioxid (CO2).

Bioresorbierbares Gefäßgerüst

Mit Hilfe dieses eingesetzten Maschenröhrchens wird die blockierte Arterie im Herzen offen gehalten, um den Blutfluss zum Herzmuskel zu verbessern. Das Gefäßgerüst ist wie der DES mit einem Medikament beschichtet, um unerwünschte Zellwucherungen zu begrenzen und damit Restenosen möglichst zu vermeiden. Die gerinnungshemmenden Medikamente (z.B. ASS und/oder Thrombozytenaggregationshemmer) müssen ebenso wie bei DES nach Anweisung des Arztes eingenommen werden.

Im Laufe der Zeit löst sich das Gerüst auf: Das Gefäß kann jetzt aus eigener Kraft offen bleiben und seine natürliche Funktion wiederaufnehmen. Im Grunde kann man sich die Wirkweise des bioresorbierbaren Gefäßgerüstes vorstellen wie bei einem Gips, der einen gebrochenen Arm stützt und dann wieder entfernt wird. So kann ein bioresorbierbares Gefäßgerüst das Gefäß stützen, bis es wieder aus eigener Kraft offen bleiben kann.

Im Gegensatz zu einer Behandlung mit Metallstents oder Medikament freisetzenden Stents bleibt nach einer Behandlung mit dem Gefäßgerüst kein dauerhaftes Implantat im Gefäß zurück. Die Behandlung mit dem bioresorbierbaren Gefäßgerüst könnte folgende Vorteile für Sie haben:

  • Die Arterien können wieder auf natürliche Art funktionieren und arbeiten
  • Sollte ein weiterer Eingriff notwendig werden, bieten sich ohne Implantat im Gefäß mehr Behandlungsmöglichkeiten
  • Nichtinvasive Bildgebung ist für die Nachkontrollen möglich

Wie funktioniert ein bioresorbierbares Gefäßgerüst? 

Wird ein bioresorbierbares Gefäßgerüst im Gefäß platziert, drückt es die Plaque gegen die Gefäßwand. So kann es den Blutfluss zum Herzmuskel wiederherstellen. In den ersten Monaten nach der Implantation des bioresorbierbaren Gefäßgerüsts wird die Gefäßwand voll und ganz von dem Gefäßgerüst gestützt. Im Laufe der Zeit jedoch gewinnt das Gefäß seine Fähigkeit, ohne Hilfe offenzubleiben, wieder zurück. 

Während dieser Zeit wird das Gefäßgerüst von einer dünnen Gewebeschicht überwachsen und beginnt sich auf natürliche Weise aufzulösen. Dadurch kann das Gefäß zu einem natürlichen Zustand zurückkehren. Das Gefäß kann jetzt wieder aus eigener Kraft offen bleiben – mit Hilfe des Drucks, den der Blutfluss durch die Arterie erzeugt.

Das Einsetzen eines bioresorbierbaren Gefäßgerüsts

KHK Plaqueablagerungen

Die Plaqueablagerungen im Gefäß schränken den Blutfluss ein.

KHK Katheter

Ein Katheter wird bis zu der Stelle im Gefäß vorgeschoben, die durch Plaqueablagerungen verengt ist. Am Ende des Katheters befindet sich der Ballon, auf dem das bioresorbierbare Gefäßgerüst befestigt ist. 

KHK - Weitung Gefäßgerüst

Der Ballon wird mit röntgensichtbarer Flüssigkeit gefüllt, dadurch aufgedehnt und das Gefäßgerüst somit geweitet. Die Plaque wird gegen die Gefäßwand gedrückt. 

Medikament langsam in das Gefäß abgegeben

Der Ballon wird entleert, das Gefäßgerüst bleibt in der Gefäßwand zurück. Das verengte Gefäß ist nun wieder offen und das Blut kann wieder ungehindert zum Herzmuskel fließen. Das Medikament wird langsam in das Gefäß abgegeben. 

Auflösung bioresorbierbares Gefäßgerüst

Ist der Blutfluss wiederhergestellt, beginnt sich das bioresorbierbare Gefäßgerüst aufzulösen. 

Bioresorbiertes Gefäßgerüst vollständig** aufgelöst

Nach zwei bis drei Jahren hat sich das bioresorbierte Gefäßgerüst vollständigt** aufgelöst. 

Video: Implantation eines bioresorbierbaren Gefäßgerüstes